Sandskulpturen von Andreas ”Toni” Thoneick
“Du siehst das Meer, so gewaltig, so schön. Es ist majestätisch und vermag sogar, die Sonne am Horizont zu verschlingen. An seinen Stränden siehst du sie, diese traumhafte Kunst aus Sand, Salz und Wasser - von Menschenhand erschaffen. Doch bist du unachtsam und schaust nicht gleich hin, holt sie sich das Meer zurück. So wunderschön ist die Vergänglichkeit...” (Gregor Schruff)
Die Fotos der Sandskulpturen die ich hier darstelle, habe ich teilweise selbst in einem Frankreich-Urlaub in Montpellier bzw. la Grande Motte geschossen. Die anderen Bilder hat mir mein damaliger Schulfreund und der Erschaffer dieser Kunstwerke, Andreas “Toni” Thoneick, via Post zugesandt oder bei Besuchen persönlich überreicht.
Sehr viele dieser Skulpturen wurden am Strand von la Grande Motte in Frankreich erschaffen. Sie sind alle aus ganz normalem Sand erschaffen und halten ohne Zusatz von Klebstoffen oder Ähnlichem. Es wird zuerst ein Sandhaufen geschaufelt, der in jedem Fall schon mindestens ein Drittel mehr als die Größe der Skulptur haben sollte, die gebaut wird. Währenddessen man den Sandhaufen schaufelt, wird immer wieder reichlich Meerwasser auf den Sand gegossen, da das Salz des Wassers dem Sand eine gewisse Festigkeit gibt. Der Sandhaufen wird zudem dicht geklopft, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Diese Prozedur darf man nicht unterschätzen, denn es ist echte Knochenarbeit, den Sand aufzuscheffeln und das Wasser heran zu karren.
Nach dieser mühsamen Prozedur geht es dann ans Erstellen der Kunstwerke.

Wie kommt man dazu, Sandskulpturen zu erschaffen?
Andreas “Toni” Thoneick ist irgendwann in den Anfängen der 90er mal rein zufällig in Spanien auf ein paar Freaks gestoßen, die Sandskulpturen bauten. Damals war er davon begeistert und fand es "nebenbei" bemerkenswert, dass die Jungs damit sogar Geld verdienten.
Durch seinen Großvater, welcher sehr begabt in Holzschnitzereien war, war Andreas “Toni” Thoneick eh schon künstlerisch "vorbelastet". Somit lag es eigentlich auf der Hand, dass er sich im Erschaffen von Sandskulpturen übte.
In dieser Zeit wurde er mal von Stefan Raab irgendwo am Strand entdeckt. Raab moderierte damals noch für VIVA. Raab machte dann ein Interview mit Toni und seinen beiden Gefährten. Allerdings war dieses Interview eher negativ für Toni, da Raab die Jungs permanent verarschte und nicht wirklich an der künstlerischen Tätigkeit des Trios interessiert war. Dass Raab irgendwann mal so ein Großer werden könnte, hätte ich damals nicht für möglich gehalten - war er in meinen Augen doch eher ein primitives Backpfeiffengesicht, das lediglich ‘ne große Fresse hatte.
Zurück zum Toni: Zuerst waren es noch recht simple Skulpturen, von denen eine Figur eine Abbildung vom Comic-Hund Pluto war. Diesen Hund baute er mal im Jahr 1994 in einem gemieteten Appartement auf Fuerteventura. Er besuchte mich, weil ich dort mit einer Freundin Urlaub machte. Und weil Andreas “Toni” Thoneick zu wenig Interesse hatte, uns mal am Strand, welcher außerhalb des Dorfes lag, zu besuchen, schleppte er sich unzählige Eimer Sand vom Stadtstrand in sein Appartement, um dort die Skulptur zu bauen. Echt wahr!!!
Professionell wurde die Arbeit bzw. Kunst von Andreas “Toni” Thoneick dann im Laufe der Zeit. Autodidaktisch und mit größter Leidenschaft hat Andreas “Toni” Thoneick sich die Fähigkeiten erarbeitet.
Rückwirkend betrachtet denke ich, dass das Entdecken der Möglichkeiten, mit Sand eine vergängliche Kunst zu erschaffen und damit Geld zu verdienen, das größte Glück für Andreas “Toni” Thoneick war. Vorher lebte er ein Vagabunden-Leben und lief aufgrund von starkem Drogenmissbrauch Gefahr, viel Zeit in den Gefängnissen Deutschlands zu verbringen.
Heute ist Andreas “Toni” Thoneick ein renommierter Künstler und zählt zu den Besten seines Handwerks. Ich denke zwar, dass die Drogen noch immer sein Leben bestimmen, aber dennoch zolle ich ihm Respekt für seine Arbeit.
Toni, ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deinem Schaffen und generell nur das Beste... ;o)